Kirche St. Pankratius
Die Kirche St. Pankratius befindet sich im Zentrum von Alt-Schwalbach an der Kirchgasse. Sie ist das älteste Kirchengebäude im Main-Taunus-Kreis. Die Barockkirche wurde in den Jahren 1753 – 1756 errichtet, mehrfach restauriert und erweitert. So wurde erst 1965 der Chorraum verlängert und ein Seitenschiff hinzufügt.
Kleine Kirchenführer gibt es jeweils auf Deutsch, Französisch und Polnisch, denn Schwalbach hat unter anderem eine Städte-Partnerschaft mit Avrillé in Frankreich und Olkusz in Polen. St. Pankratius pflegt deshalb Kontakt mit den dort ansässigen katholischen Gemeinden.
Bildergalerie
Gemeindehaus St. Pankratius
Das Gemeindehaus von St. Pankratius liegt nicht weit von der Kirche entfernt an der Taunusstraße 13. Dort befindet sich auch das neue Zentrale Pfarrbüro. Das Gemeindehaus wurde 1990 fertiggestellt. Es hat einen großen Saal, eine Küche und Besprechungsräume. Hier wird regelmäßig das Pfarrfest an Fronleichnam gefeiert. Im Saal finden ferne Diskussionen, Vorträge und Filmvorführungen statt. Sofern verfügbar können die Räume auch für private Veranstaltung gemietet werden.
Neues Gemeindehaus St. Martin
Das neue Gemeindehaus St. Martin befindet sich in der Limes-Stadt, Badener Str. 23. Es wurde im Zuge der Fusion von St. Pankratius und St. Martin 2009 eröffnet. Dort gibt es eine kleine Kapelle, die zurzeit jeweils mittwochs für Werkstagsmessen genutzt wird. Für größere Veranstaltungen kann die Rückwand geöffnet und der dahinter liegende Vortragsraum mit einbezogen werden. Ferner gibt es eine kleine Küche. Neue Besucher sind manchmal etwas verwirrt. Denn das frühere Kirchengebäude von St. Martin besteht noch. Es wurde an eine Koreanisch evangelische Gemeinde vermietet. Am besten orientieren Besucher sich am Wendehammer der Badener Straße rechts. Zur Orientierung geht es hier zu Google Maps.
Bildergalerie
Kleinod am alten Friedhof
Bildergalerie
Nicht weit von der Kirche St. Pankratius entfernt, befindet sich der alte Friedhof, ein Ort der Ruhe und des Gedenkens mitten in Alt-Schwalbach. Vor dem Eingang an der Eschborner Straße lädt die alte Kapelle zum Verweilen ein. Dies ist wahrscheinlich der Ort, wo die Vorgängerkirche stand, ein romanischer Bau. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war er so baufällig geworden, dass sich die Gemeinde Mitte des 18. Jahrhunderts entschloss, eine eine neue Kirche im Barockstil zu bauen. Was mit der alten Kirche geschah, liegt heute im Dunkeln. 1894 wurde für diesen Ort eine Kapelle gestiftet. Mehrfach restauriert, ist sie ein Blickfang, besonders wenn sie zur Weihnachtszeit festlich beleuchtet wird. Dank der großen Wiese neben der Kapelle wird sie und das Gelände für größere Feiern genutzt, für Beerdigungen , Gottesdienste und Vespern. Mehr zur Geschichte der alten Kapelle lässt sich hier herunterladen.
Zur Geschichte der alten Kapelle
Die 781 erstmals erwähnte fränkische Siedlung Sualbach am Zusammenfluss des Sauerbornbachs und des Waldbachs hat zwei historische Zentren: Die Burg der Lehensherrschaft und das befestigte Dorf an Hauptstraße und Taunusstraße. Die (romanische) Kirche befand sich außerhalb des Dorfes im Bannkreis der Burg – am heutigen Platz der alten Kapelle. Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als die romanische Kirche – nicht zuletzt auch wegen der Einwirkungen des Dreißigjährigen Krieges – baufällig geworden war, entschloss sich die Gemeinde nach heftiger Auseinandersetzung, die neue, größere Kirche auf eine Viehweide im Dorf zu stellen. (Die Urkunden sprechen vom Seiberth‘chen Platz). 1756 wurde die Kirche eingeweiht. Vom Schicksal der alten Kirche ist wenig bekannt; vermutlich diente sie - wie damals üblich - als Steinbruch.
1894 stiftet der Baumeister Johann Elzenheimer III am Platz der alten Kirche die heutige Kapelle. Die Überlieferung besagt, dass Elzenheimer am Bau des Kronberger Schlosses mitgewirkt und dass er Steine und Materialien von dort für die Kapelle verwandt habe. Die Kapelle wurde – was in Vergessenheit geriet – im Innenraum mit neugotischen Malereien auf dem frischen Putz versehen. Das Kirchlein diente auch früher als Station der Fronleichnamsprozession, insbesondere aber auch als Einkehrstätte der seit Jahrhunderten stattfindenden Wallfahrt von Köln nach Walldürn.
1923 wurde die Kapelle den Gefallenen des Ersten Weltkrieges gewidmet. Da die Innenbemalung stark angegriffen und beschädigt war, hat man sie kurzerhand übermalt. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts – als die schweren Lastwagen in Verbindung mit dem Bau der Limesstadt hier „vorbeidonnerten“, traten im Bereich des alten Ortskerns Erdsetzungen auf. Die Seitenwände der Kapelle brachen links und rechts, die kleine Apsis riss vom Hauptbau ab. Der Innenraum war der eindringenden Feuchtigkeit preisgegeben, das Gebäude wurde wegen Einsturzgefahr geschlossen.
Alle Anregungen und Anläufe zur Sanierung gingen fehl, bis sich Mitte 1978 der Verschönerungs-Verein Schwalbach der Sache annahm, auf konkrete Instandsetzungsvorschläge und eine Kostenschätzung drängte. Er veranlasste weiter, dass das Gebäude in die vorläufige Denkmalsliste der Stadt aufgenommen wurde. Unter der Losung „Rettet die Alte Kapelle“ erschien erstmals Weihnachten 1978 ein Presseaufruf an die Bürger.
Mit einem Startkapital des Vereins von 4000 DM begann eine Sammlungsinitiative, die schließlich allein von privaten Gebern annähernd 30.000 DM zusammentrug. Bei der Renovierung des Innenraums wurden die alten Fresken von 1894 freigelegt. Unter Anleitung des Landesamtes für Denkmalpflege wurde die Restauration im ursprünglichen Stil durchgeführt. Am 10. Februar 1980 übergab der Verschönerungs-Verein die wiederhergestellte Kapelle den christlichen Gemeinden zur künftigen Nutzung. Eine weitere Restaurierung wurde in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts durchgeführt.
Quelle: Festschrift zu 250 Jahre Pfarrkirche St. Pankratius 2006